FAQ

Wie kann ich Dich kontaktieren?

Kommentare, Ergänzungen, Berichtigungen usw. bitte per E-Mail an bloginput@ingo-garz.de

Öffentlicher Schlüssel für vertrauliche E-Mails:

pub 2048R/962E2B4C 2014-05-25 Ingo Garz <bloginput@ingo-garz.de>
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Hat Dein Blog eine Kommentarfunktion?
Nein. Wenn ihr mir Kommentare schicken wollt: Dieses Blog hat keine Kommentarfunktion. Ich habe zwar einen Twitter- und einen Facebookaccount. Und ab und zu verlinke ich auch von dort hierher. Ich schalte aber hier keine Blogkommentare frei.
Es stellt sich für mich zudem die Frage, in wiefern Blogkommentare zum Thema beitragen. Natürlich gibt es konstruktive Kommentare in Weblogs. Aber nicht nur. Viele Leute nutzen die Möglichkeit zur öffentlichen Kommentierung um einer Aussage zu widersprechen oder um sich über Blogpostings zu empören. Woher kommt das? Grund dafür ist Confirmation Bias: Menschen neigen dazu, jene Beobachtungen und Argumente zu bevorzugen welche ihre Überzeugungen stützen. Informationen, die den eigenen Annahmen widersprechen, werden ignoriert oder bewusst ausgeblendet. Menschen suchen nach Rechtfertigungen für ihre Überzeugungen und Handlungen, nicht nach Wegen diese in Zweifel zu ziehen. Die Leute stören sich also an Aussagen, welche im Widerspruch zu ihren Überzeugungen stehen. Da diese Aussagen (Argumente) auf einem Blog veröffentlich werden, können die Leute diese nicht einfach ignorieren. Also stellen sie eine Gegenöffentlichkeit in Form von Tweets, Blogkommentaren usw. her. Es geht also nicht darum, im Rahmen einer Abwägung von Argumenten zu neuen Sichtweisen und Erkenntnissen zu gelangen. Den Kommentarschreibern geht es vielmehr darum, ihre individuelle Sichtweise durchzusetzen. Wenn ich als Blogger nun auf solche Kommentare eingehe, dann wird mir das eventuell sogar als eigene „Schwäche“ bzw. als „Sieg“ des Kommentators ausgelegt. Das ist einem Bemühen um ein besseres Verständnis nicht dienlich. Nicht der „Sieg“ ist das Ziel, sondern ein besseres Verständnis unter Einschluß von Gegenpositionen. Somit entfällt die zwingende Notwendigkeit, eine „Gegenöffentlichkeit“ zur Verteidigung des eigenen Weltbildes errichten zu müssen. Wer konstruktiv zur Diskussion beitragen will, der benötigt also keinen öffentlichen Empörungskanal. Wer mir also Kommentare schicken will, der kann dies gerne per E-Mail an bloginput@ingo-garz.de tun. Ich ergänze dann meinen Blogpost und weise per Twitter oder Facebook auf die Ergänzung hin.
Laut §10 Telemediengesetz (TMG) bin ich für Kommentare, welche rechtswidrige Inhalte enthalten, schadensersatzpflichtig wenn ich von ihnen Kenntnis erhalte und ich sie nicht unverzüglich lösche. §10 TMG bezieht sich aber nicht auf Unterlassungsansprüche. Es kann also passieren dass eine andauernde Verletzung der Rechte Dritter durch Kommentare zu (kostenpflichtigen) Abmahnungen führt. Um Unterlassungsansprüche abzuwehren müsste ich nach Ansicht des Bundesgerichtshofes (BGH) „zumutbare Kontrollen“ vornehmen (Az. I ZR 304/01). Das heisst für mich: Wenn sich jemand beschwert dann muss ich sofort löschen. Ich müsste ständig auf das Blog aufpassen. Ich könnte eine Einzelprüfung der Kommentare auf Rechtsverstöße machen und Kommentare nach Prüfung freischalten. Das macht die Situation für mich aber nicht besser, denn dann habe ich Kenntnis von jedem freigegebenen Kommentar. Wenn mir also ein rechtswidriger Kommentar in der Prüfung durchrutscht und jemand beschwert sich, dann bestehen eventuell Haftungsansprüche gegen mich. Da mache ich das lieber so, dass ich Kommentare per E-Mail entgegennehme, lese und dann gegebenenfalls ein Postskriptum zu meinen Postings veröffentliche. Vom Prinzip her also dasselbe wie eine Kommentarfreischaltung, aber mit der Möglichkeit für mich die Wortwahl frei zu gestalten.

Du hast einen Twitteraccount?
Ja. Wenn man sich bei Twitter anmeldet, dann kann man kurze Nachrichten (Tweets) von maximal 140 Zeichen Länge verfassen. Wenn man mit seinem Account anderen Accounts folgt, dann werden alle Tweets der gefolgten Accounts im eigenen Zeitverlauf (Timeline) angezeigt. Einem Account zu folgen erfordert -im Gegensatz etwa zu Freundschaftsanfragen bei Facebook- keine Bestätigung durch den gefolgten Account. Man kann andere Accounts gezielt erwähnen, indem dem erwähnten Accountnamen ein „@“ vorangestellt ist. Der angesprochene Account erhält dann eine Meldung. Zur Verbreitung von Tweets werden Retweets (RTs) genutzt. Ein Retweet ist eine Kopie eines Tweets, der von jemand anderem verfasst wurde. Zur Kennzeichnung stellt man dem kopierten Text ein „RT“ voran (das war anfangs die einzige Möglichkeit zur Kennzeichnung) oder man nutzt den Retweet-Button. Da retweetende Accounts oft zahlreiche Follower haben, erreichen Retweets ein großes Publikum. Eine inhaltliche Gruppierung von Tweets ist über #Hashtags möglich. Alle Tweets, welche dieses Hashtag enthalten, werden in einer Twitter-Suche nach diesem Hashtag angezeigt. Mit der Anzahl Follower steigt die Reichweite eines Accounts.Der Wert eines Twitteraccounts wird in der Anzahl seiner Follower gemessen. Accounts von Promis (Schauspieler, Musiker, Politiker u.a.) und Pressedienste haben die meisten Follower überhaupt. Twitter legt viel Wert auf eine schnelle Verbreitung von Nachrichten und wenig Wert auf Diskussion und Analyse. Twitter ist ein Medium zur Verbreitung von Nachrichten, kein Diskussionsmedium. Wozu Twitter sich gut eignet ist Imagepflege. Die Tatsache, dass sich jeder auf Twitter selbst vermarkten kann, hat zu der Annahme geführt Twitter sei ein Mittel der Graswurzelbewegung und geeignet zur Vernetzung Oppositioneller. Letztendlich wurde Twitter gar als ein Werkzeug zur Herbeiführung von Revolutionen in Diktaturen angesehen. Doch die Struktur von Twitter (Öffentlichkeit, große Reichweite, schnelle Verbreitung) begünstigt Teilnehmer, die Empörung über ihnen nicht genehme Aussagen öffentlich zu machen. Gleichzeitig werden die Teilnehmer nicht dazu motiviert, ihre Positionen nachvollziehbar zu begründen. So erklärt sich der ewige Shitstorm auf Twitter. Und deshalb schafft Twitter allein auch keinen dauerhaften Zusammenhalt. Ich gebe Twitter aufgrund der Eignung als Multiplikator nicht auf. Allerdings sehe ich mich nicht in der Pflicht über Twitter Argumente darlegen zu müssen. Zur Darstellung meiner Positionen kann ich ja dieses Blog nutzen. Wer mit mir diskutieren will, der kann mir eine Email schreiben (siehe oben).

Was hältst Du von Verschwörungstheorien?
Verschwörungen sind heimliche Bündnisse von Personen mit dem konkreten Ziel, Macht zu erlangen oder eine bestehende Macht zu beseitigen. Verschwörungen sind also benennbar durch überprüfbare Angaben wie etwa Ziel, Motive, Plan, Namen der Urheber und Handlanger, Datum, Ort und Wortlaut des Schwurs zur Geheimhaltung, Datum und Ort der Tat, Tatmittel und Ergebnis. Verschwörungstheorien sind Deutungsmuster, welche bestimmte vergangene, gegenwärtige oder zukünftig erwartete Ereignisse als das Resultat einer Verschwörung durch bestimmte Personen oder Gruppen ansehen. Verschwörungstheorien behaupten, dass Ereignisse von erheblicher Tragweite der Absicht einzelner Personen entspringen. Verschwörungstheorien beinhalten in der Regel einen wahren Kern, nämlich bestimmte Begebenheiten deren Existenz überprüft werden können. Dieser Faktenkern wird aber mit Spekulationen verbunden. Oft wird eine verborgene Realität unterstellt: Die Verschwörer seien eine Minderheit, der es gelungen sei die Mehrheit über die wahre Natur der Dinge zu täuschen. Demnach sei die Entlarvung der Täuschung der Schlüssel zum Sieg über die Verschwörer. Die Gruppe der Nichtverschwörer (also die Verschwörungstheoretiker und die übrigen Menschen) sei eine natürliche Einheit, die Verschwörungstheoretiker sehen sich als (mit überlegenem Wissen ausgestatteten) Anwalt der schweigenden Mehrheit. Die Weltsicht der Verschwörungstheorie ist dualistisch (gut gegen böse). Die Anhänger der Verschwörungstheorie sehen sich selbst im Recht. Also sei nur die Unterstützung der Verschwörungstheoretiker legitim. Wer nicht die Verschwörungstheorie als wahr ansehe, der sei Teil der Verschwörung. Alle Beobachtungen und Argumente, die den zentralen Annahmen der Verschwörungstheorie widersprechen, werden daher ignoriert oder deren Wahrheitsgehalt bezweifelt. Ich halte Verschwörungstheorien deshalb nicht für zielführend.

Wieso benutzt Du WordPress für Dein Blog?
Weil ich im Moment nur die Optionen „Blog statisch in HTML hacken“ und „WordPress aus dem Homepagebaukasten meines Anbieters verwenden“ sehe. Ich selber werde mir in PHP bestimmt kein Blog in Eigenregie zusammenfrickeln, das überlasse ich WordPress.

Lesestoff

Gesetze und Verordnungen
Telemediengesetz (TMG) vom 26. Februar 2007, zuletzt geändert am 31. Mai 2010 Link

Gerichtsurteile
Bundesgerichtshof (BGH)
Urteil vom 11. März 2004
Aktenzeichen (Az.) I ZR 304/01 Link

Erstveröffentlichungen (Artikel) in Fachzeitschriften mit Peer Review
Bernardo A. Huberman, Daniel M. Romero, Fang Wu:
Social networks that matter: Twitter under the microscope
In: University of Illinois at Chicago, First Monday, 2009, Volume 14, Number 1 – 5 Link

Tagungsbände (Proceedings) mit Peer Review
Haewoon Kwak, Changhyun Lee, Hosung Park, Sue Moon:
What is Twitter, a Social Network or a News Media?
In: WWW 2010 Proceedings of the 19th international conference on World wide web, 2010, Pages 591-600 Link

Übersichtsartikel (Reviews) mit Peer Review
Raymond S. Nickerson:
Confirmation Bias: A Ubiquitous Phenomenon in Many Guises
In: American Psychological Association, Review of General Psychology, 1998, Volume 2 Number 2, Pages 175-220
Link

Sonstige Quellen
Carsten Pietsch:
Zur soziologischen Topographie von „Verschwörungstheorien“ und „Verschwörungstheoretikern“ unter
besonderer Berücksichtigung der Anschläge vom 11. September
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 17. Mai 2004 PDF

Felix von Leitner, Frank Rieger, Linus Neumann:
Alternativlos Folge 31 – Trolle, Empöreria und schlechte-Laune-Lawinen.
Alternativlos.org, 15.04.2014, Podcast